Foto: Einsatzkraft vor Krankenwagen
Projekt "Gemeindenotfallsanitäter"Projekt "Gemeindenotfallsanitäter"

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Projekt "Gemeindenotfallsanitäter"

Ansprechpartner

Michael Donath

Rettungswachenleiter 

Tel: 037437 534690
Mobil: 0178 3571134
Fax: 037437 534691

wl.donath@
drkrettung-vogtland.de

Brambacher Str. 4
08645 Bad Elster, OT Mühlhausen

Aktuell befindet sich dieses Projekt in Planung und ist bis 31.12.2020 befristet! In diesem Zeitraum erfolgt die entsprechende Ausbildung von Mitarbeitern.

Hintergrund / Problembeschreibung

Seit Jahren steigen die Einsatzzahlen in der präklinischen Notfallversorgung erheblich an.

Die Neuorganisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes mit größeren Einsatzgebieten und längeren Wartezeiten für die betroffenen Patienten, schwindende hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum, zunehmende soziale Einsatzindikationen, steigendes Anspruchsdenken und überschießendes Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung sowie demografisch und sozioepidemiologische Veränderungen sind nur einige Gründe dafür. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um einen Anstieg lebensbedrohlicher Notfälle, vielmehr haben die Einsätze zugenommen, bei denen eine Versorgung vor Ort, ohne Transport mit einem Rettungsmittel, ausreichen würde. Da es nur sehr wenige Alternativen für Leitstellendisponenten gibt, werden - bestimmt auch aufgrund gewisser Rechtsunsicherheiten - immer wieder Rettungswagen zu diesen so genannten „R0 Einsätzen“ (ohne Sonderrechte nach StVO) alarmiert.

Der Rettungszweckverband „Südwestsachsen“ als zuständiger Aufgabenträger sowie die DRK Rettungsdienst Oberes Vogtland gGmbH beabsichtigen zur Problembewältigung die Einführung eines sogenannten Gemeindenotfallsanitäters, der bei den oben aufgeführten Einsatzspektren als „Filter“ agiert und entsprechende Maßnahmen einleitet. Das Konzept greift gezielt auf ein bereits bestehendes Projekt im Oldenburger Land mit gleichnamiger Bezeichnung zurück. International, so zum Beispiel in den USA und Kanada, sowie den Niederlanden, Schweiz und Norwegen haben sich derartig zukunftsorientierte Konzepte in der Präklinik bereits seit vielen Jahren bewährt. In Studien finnischer Rettungsdienste war rückblickend bei 41,7% aller Rettungseinsätze kein Transport notwendig. 39,9% der anderen durch den Rettungsdienst beurteilten und in ein Krankenhaus verbrachten Patienten wiesen auch im Nachhinein betrachtet keine Transportindikation auf [vgl. A retrospective cohort study in Northern Finnland].

Vorhaben / Ziele

Die Etablierung des Gemeindenotfallsanitäters erfolgt vor allem unter der Zielstellung, die Hilfsrist für die Rettungsmittel der Notfallrettung weiter zu verbessern, die Duplizitätsrate zu senken und die Vorhaltung von Rettungswagen trotz steigender Nachfrage nicht weiter zu erhöhen.                                             

Dabei vermittelt der Gemeindenotfallsanitäter den Hilfesuchenden die geeignetste Versorgungs- und Behandlungsmöglichkeit und trägt somit auch unmittelbar zur Schonung des Gesundheitszustands der Patienten bei, indem z.B. unnötige Transporte und Klinikaufenthalte vermieden werden.

Das führt weiterhin zur Entlastung der Notfallrettung von unnötigen Einsatz- und Fahrtzeiten sowie der Notaufnahmen und Fachabteilungen in den Kliniken.

Einsatzbereich des Gemeindenotfallsanitäters

Ein großer Aufgabenbereich des „Gemeindenotfallsanitäters“ wird es sein, Hilfeersuchen der Bevölkerung abzuarbeiten, die bereites von der Leitstelle mittels Abfrageschemen als „nicht Notfalleinsätze“ identifiziert werden. Nach einer Sichtung vor Ort folgt eine Behandlung, Versorgung oder Zuweisung. Explizit bedeutet das folgendes:

Der Gemeindenotfallsanitäter

beurteilt den Schweregrad und die Behandlungsdringlichkeit der Erkrankung oder Verletzung und stellt eine Arbeitsdiagnose
wirkt unterstützend, beratend und anleitend in gesundheits-/ pflegerelevanten Fragen
organisiert die weitere Versorgung, wozu er Kontakt zu anderen Versorgungssektoren oder, wenn erforderlich, zur Notfallmedizin (Rettungsmittel, Telemedizin, …) herstellt
führt unter Berücksichtigung seiner Kompetenzen erforderliche pflegerische und (notfall)medizinische Maßnahmen durch, die einen Transport in eine Klinik vermeiden
bestimmt das Transportziel und fordert bei Bedarf ein geeignetes Transportmittel nach  (Taxi, BTW, KTW, privater Transport möglich?)
kommuniziert mit den Betroffenen und Angehörigen
zeigt Empathie gegenüber den in der Einsatzsituation beteiligten Personen und nimmt sich bei Bedarf die erforderliche Zeit, die der Patient benötigt
dokumentiert rechtssicher Maßnahmen und Entscheidungen
beachtet die Grenzen des eigenen Verantwortungsbereiches und organisiert im Bedarfsfall die Unterstützung und Mitwirkung durch andere Experten im Gesundheitswesen

Der Gemeindenotfallsanitäter wird alleinig durch die Leitstelle bei entsprechenden Indikationen angefordert/ entsendet und kann nicht einfach bestellt werden.

Mitwirkung von Projektbeteiligten, Hausärzten und Kliniken

Werte Arztpraxen und Kliniken, liebe Projektpartner,

um diesem Vorhaben die nötige Struktur zu generieren, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Haben Sie Fragen oder Anregungen? Dann nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf.